Gunner & Smith - Byzantium

Gunner & Smith - Byzantium

Label: Devil Duck
VÖ: 25. Januar 2019

Tracklist

01. Wicked Smile
02. Fever
03. If The Light Comes
04. Hush Now
05. I Know So Well
06. The Barrens
07. Strong Man
08. Wisconsin
09. I Had A Dollar
10. Byzantium

Das neue Jahr steht vor der Tür und zum 15. Geburtstag von DevilDuck Records haben wir uns mit Gunner & Smith quasi erstmal selbst beschenkt – natürlich kommen sie aus Kanada, denn in den letzten Jahren haben wir mit Shred Kelly, Close Talker, Yes We Mystic (neues Album erscheint am 19. April) und vor allem The Dead South bereits einige Künstler aus diesem schönen Land auf unserem Label begrüßen dürfen. Dabei ist es sicher kein Wunder, dass Gunner & Smith aus der gleichen Provinz (Saskatchewan) stammen wie The Dead South, denn eben diese haben uns G&S ans Herz gelegt und eben da gehören sie hin.
 
Hoffnung und Erlösung. Philosophie und Folklore. Die Musik von Gunner & Smith ist eine Sammlung von feurigen Elementen, glühenden Gitarren, kräftigen Rhythmen und ausgeprägtem Gesang von Geoff Smith, der auch alle Songs geschrieben hat. Im Gegensatz zum Debütalbum „He Once Was A Good Man“ (2014) ist „Byzantium“ um einiges „tighter“, mehr auf den Punkt und flüssiger instrumentiert. Dies ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass Produzent Andrija Tokic (Alabama Shakes) die zehn Songs innerhalb von 6,5 Tagen in einem Studio 100km außerhalb von Sasaktoon live und analog aufgenommen hat. Das mag für den einen oder anderen gar nicht so besonders klingen, aber Tokic ist dafür bekannt, das Live-Feeling legendärer Muscle Shoals-, Stax- und Atlantic-Aufnahmen der 60er und 70er Jahre in die heutige Zeit zu transferien.
 
Die Musik und Texte von Gunner & Smith sind ziemlich düster, weshalb sie öfter das Prädikat „Dark-Country-Rock“ aufgedrückt bekommen, was es schon auch gut trifft, aber natürlich treffen auch Kategorisierungen wie  Indie-Rock, Alt.-Country oder Psych-Americana zu. Smith, der ich selbst als Geschichts-Nerd bechreibt, führt uns mit „Byzantium“ an einen tieferen, dunkleren Ort, der nicht zuletzt durch sein Studium der Religiösen Geschichte Dinge thematisiert, die sehr persönlich sind. Über allem steht sein sonorer Gesang, aber ebenso das unglaubliche Zusammenspiel der Musiker, die in dieser kurzen Zeit alles aus sich heraus holten und das hört man dem Album an. Vor allem die neu gefundene Energie und das großartige Zusammenspiel von Gitarre, Orgel und Schlagzeug  untermalen die dunklere Seite der Liebe, Verlust und Menschlichkeit und Smith fühlt sich dabei sehr inspiriert von Townes van Zant, Neil Young und Pink Floyd, was außerdem ziemlich gut den Sound von Gunner & Smith beschreibt.
 
„Byzantium“ war im Jahr 660 v. Chr. übrigens eine Stadt am Bosporus, die „später“ von den Römern erobert und beherrscht wurde. Das Album spielt thematisch auf die endlosen Zyklen von Kriegen und des Einbüßens jeglicher Menschlichkeit an. Geoff Smith wird im Februar zunächst solo als Teil unserer „About Songs Youngbloods“-Tour mit PR Newman (US) und Onk Lou (A) unterwegs sein, bevor er dann im Mai/Juni in Bandbesetzung dieses wunderschöne Album präsentieren wird.