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Home Of The Lame - Here, Of All Places

Home Of The Lame - Here, Of All Places

Label: Grand Hotel van Cleef
VÖ: 9. Dezember 2005

Tracklist

  1. Rooftops
  2. Okay
  3. Leave and shine
  4. The camper (Pt.2)
  5. Mirror mirror
  6. Secret
  7. Ode to a friend
  8. Clouds
  9. Rub your eyes
  10. New winter


Info:

Es gab auf Hamburg St. Pauli mal die Achse der unbewussten Coolheit:

Max Schröder und Swen Meyer wohnten zusammen in der Talstrasse, Olli Schulz gegenüber und Thees Uhlmann ein paar Schritte weiter in seinem 16 qm Reeperbahn Palast.

Max Schröder ist damals durch die sms „die neue Platte ist richtig bailando super! Aff aff, wenn ich mitmachen soll, sag einfach Bescheid! Dein Bubumax!“ bei Tomte eingestiegen.

Das Üben mit Max dauerte 2 Std. Danach fragte ich ihn, ob er nicht jemanden kenne, der so Singer/Songwriting-mäßig unterwegs wäre! Wir würden so einen gerne einen für die Tomte Tour mitnehmen. Ja, er kenne da einen. Der wäre nicht so gut drauf. Er wohnt in Malmö.

Nach einem 20 minütigen Anruf in Schweden war alles klar! Zwei Tage später wurde mein Handy zum letzten mal abgeschalten und mein Mobilfunkanbieter hatte kein Interesse mehr, unsere Geschäftsbeziehung weiter fort zu setzen. Aber es war auch klar, dass Felix „Home of the Lame“ Gebhard mit uns auf Tour fahren würde. Ein gutes Geschäft.

Und dann stand er vor uns. Er sah wirklich aus wie die Mischung aus einem Schweden und einem kanadischem Holzfäller irischer Abstammung. Und jeden Abend spielte er seine Lieder für uns, die nach der Hälfte der Tour von Max Schröder und Olli Koch begleitet wurden, als wären sie schon seit immer zusammen in einer Band.
Und er bahnte sich seinen Weg! Durch die Musik, durch ein melancholisches Unverständnis der Welt gegenüber, das aus all seinen Songs perlt.

Felix Gebhard hat sein Rock´n Roll Englisch perfektioniert und niemand singt hier mit einer besseren Aussprache als er. Da blamiert man sich nicht wenn man ihn z.B. in den mittleren Westen der USA auf Tour schickt.

Und es war Mitte August und im nachhinein war es der letzte Tag, an dem die Luft einem nicht in sekunden-schnelle durch kühle Luftpartikel eine Idee vom herannahenden Herbst und Winter kündet, als Felix im Berliner Kato mit Walter Schreifels auf der Bühne stand und man sehen konnte was Felix ist. Mit Cruz Records Cappy auf dem Kopf und einem Mike Watt Bild feinsäuberlich auf die Gitarre geklebt. Seine Konzerte sind HÖR Konzerte! Auf eine ganz bestimmte Art und Weise, schroff wie der Kalk aus dem Schweden aus dem Meer gehauen wurde!

Wenig später bekamen wir endlich das langersehnte Master seines ersten Albums, aufgenommen in einer ehemaligen Schule in UPPAKRA im schwedischen Mitten-im-Nirgendwo, zusammen mit seinen Freunden Carl Granberg, Mats Bengtsson, Peter Andersson, David Carlsson, Johan Hansson und Clay Ketter.

Es gibt keinen Menschen der zur Zeit in Deutschland universellere Musik macht als „Home of the Lame“!

Es ist wie die Musik zu einem Gus Van Sant Film, der noch gedreht werden muss. Er wäre der Lieblingskünstler von Neil Young, wenn er ihn kennen würde.

Flieg mein schöner rothaariger, schlechtgelaunter Vogel mit dem unschlagbaren Lächeln. Things are going to happen that you would have never thought of.

Neulich saß ich mit Felix und Sara zusammen vor einem Falafelstand in Hamburg und wir unterhielten uns über den größten Wunsch für das nächste Jahr! Er sagte: „Ich will unbedingt nächstes Jahr 150 Konzerte spielen.“ und kurz danach zeigte er uns ein Foto von seinem Sofa, dass er immer in seinem Portemonnaie trägt. Home of the lame halt. Es ist aber auch ein schönes Foto!

Und falls sie denken, den kenne ich doch irgendwoher: Ja, er ist auch Bassist bei der Hansen Band. Wenn ich einem alles Gute wünsche, dann mir und dir, Felix!

Thees Uhlmann, Oktober 2005